Volumenlizenzen

Volumenlizenzen

Im Rahmen von Volumenlizenzverträgen kaufen Unternehmen mehrere Lizenzen, für die sie einen Downloadlink erhalten. Die Software wird dann auf der entsprechenden Anzahl an Rechnern installiert. Pro Lizenz kann man einen Rechner lizensieren. Zu beachten ist, dass bei Volumenlizenzen, im Gegensatz zu einer Einzelplatzlizenz (z.B. OEM), kein Benutzerhandbuch oder andere Verpackungsgegenstände mitgeliefert werden.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main machte in einem Verfahren zwischen Adobe und usedSoft deutlich, dass das EuGH-Urteil auch bei Volumenlizenz-Verträgen anzuwenden ist.

Bereits aus dem EuGH-Urteil usedSoft/Oracle ergibt sich, dass bei jedem einzelnen Programm, das käuflich erworben wird, Erschöpfung eintritt. Unerheblich ist, ob die einzelnen Programme im Rahmen eines Volumenlizenzvertrags veräußert werden. Dieser Auffassung hat sich auch das Oberlandesgericht Frankfurt in einer Entscheidung vom Dezember 2012 angeschlossen.

Es stellte fest, dass der Weiterverkauf von einzelnen Lizenzen, die ursprünglich im Rahmen eines Volumenlizenzvertrags erworben wurden, „nicht zu der Annahme (führt), dass hier eine unzulässige Aufspaltung erfolgte.“ Eine detaillierte Meldung zum Urteil des OLG Frankfurt können Sie hier nachlesen.

Was dieses Urteil bedeutet und welche Vorteile sich durch Volumenlizenzen ergeben, sehen Sie hier auf einen Blick:

  • Mit Volumenlizenzen können Virtualisierungen durchgeführt werden. Beispiel: Mit jeder Lizenz eines Windows Server R2 2 Proc. 2012 Standard können bis zu zwei physische Prozessoren abgedeckt werden. Zusätzlich zu den zwei physischen Instanzen werden auch noch zwei virtuelle Instanzen abgedeckt. Dabei ist zu beachten, dass der Server an eine physikalische Installation gebunden ist, also nicht nur virtuell installiert werden darf.
  • Volumenlizenzen sind terminalfähig. Beispiel: Ein Bestandteil des Windows Server R2 2 Proc. 2012 Standard ist der Terminalserver. Damit können RDS (Remote Desktop Services) Funktionen ausgeführt werden. Dies unterstützt den Anwender bei der Ausführung von virtuellen Desktop Strukturen (Virtual Desktop Infrastructure= VID).
  • Volumenlizenzverträge dürfen aufgespalten werden. Dies hat das OLG Frankfurt ausdrücklich in seinem Urteil unterstrichen.